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Ferdinand I. war der älteste Sohn des Kaisers Franz I. und der Maria Theresia, Prinzessin beider Sizilien und wurde am 19. April 1793 in Wien geboren.
Von früher Jugend an von sehr schwächlicher Konstitution, erhielt er eine seiner künftigen Bestimmung wenig entsprechende Erziehung.
Seine Lieblingsstudien waren heraldische und technologische, außerdem zog ihn die Landwirtschaft an.
Erst seit 1829 wohnte er den Sitzungen des Staatsrats bei und wurde vom Kaiser mit der Unterschrift und Erledigung gewisser Geschäftszweige beauftragt.
Auch seine am 28.09 1830 in Pressburg vollzogene Krönung zu dem König von Ungarn gab ihm keine größere Selbständigkeit.
Das ihm herkömmlich von den ungarischen Ständen gereichte Ehrengeschenk von 50 Tausend Stück Dukaten benutzte er teils zur Unterstützung mehrerer verarmter ungarischer Gemeinden, teils zur Dotierung der in Pest zu errichtenden Akademie.
Einem Mordanschlag des pensionierten Hauptmanns Franz Reindl , wegen Verweigerung einer Summe Geldes, in dem Sommer 1832 entging er glücklich und bewies dabei die ihm angeborene Herzensgüte durch die dringlichste Fürbitte.
Nach dem Tod seines Vaters Franz I. am 2. März 1835 folgte er ihm auf dem Kaiserthron.
Wegen seiner offensichtlichen Geistesschwäche bekam er den euphemistischen Beinamen Der Gütige. Der Volksmund verballhornte diesen Titel auch in "Gütinand der Fertige".
Ein bekannter Ausspruch von ihm lautete: Ich bin der Kaiser und will Knödel!.
Aufgrund seiner Unfähigkeit, selbst zu herrschen, wurde eine Kabinettsregierung eingerichtet, die so genannte Staatskonferenz.
Diese bestand aus dem Bruder des Kaisers, Erzherzog Franz Karl (dem Vater Franz' Josephs I.), dem Staatskanzler Metternich und dem Grafen Kolowrat-Liebensteinsky und Erzherzog Ludwig , dem Onkel des Kaisers. Diese Zusammensetzung kam durch einen Kompromiss zwischen der Partei der Erzherzöge und der Minister in dem Dezember 1835 zustande.
Am 7.09 1836 empfing er in Prag die Krone von Böhmen, wobei er das übliche Krönungsgeschenk der Reichsstände von 50 Tausend Dukaten ebenfalls wohltätigen und sonstigen öffentlichen Zwecken widmete.
Am Tag seiner Krönung als König der Lombardei (6.09 1838) erteilte er eine allgemeine Amnestie für alle bisher stattgefundenen politischen Vergehen seiner Untertanen in den italienischen Provinzen.
Die Unruhen der Märzrevolution 1848 veranlassten Ferdinand, mit seinem Hof nach Innsbruck zu fliehen. Zwar kehrte er Mitte August 1848 in die Hauptstadt zurück, begab sich aber nachdem Ausbruch des Oktoberaufstandes nach Olmütz. Dort legte er, da seine Ehe mit Anna (* 19. September 1803, vermählt 27. Februar 1831), der Tochter des Königs Victor Emanuel I. von Sardinien, kinderlos geblieben war, am 2.12 1848 zu Gunsten seines Neffen Franz Joseph die Regierung nieder.
Bei Ausbruch der Revolution soll er treuherzig gefragt haben: Ja - dürfen s' denn des? - Dieser Ausspruch brachte ihn in Wien einen weiteren "netten" Beinamen ein - der "G'schupfte Ferdl" - Diese Beifügung ging in der Folge als Synonym für tollpatschige, desorientierte Männer in den Wiener Schmäh ein.
Nach seiner Abdankung lebte Ferdinand noch jahrzehntelang friedlich und zurückgezogen in Mähren und in Prag. Bei jedem der zahlreichen Missgeschicke Franz Josephs wurde ihm von der Legende der Satz in den Mund gelegt: So hätt ich's auch getroffen.
Am 29. Juni 1875 starb er in Prag, seine Witwe, die Kaiserin Anna, starb 4. Mai 1884.
Falsches Foto, das Bild zeigt Ferdinand von Bulgarien und nicht Ferdinand I. von Österreich!== Literatur ==
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